Bye Bye 2025

Wo ist nur die Zeit geblieben?

Schon wieder geht ein Jahr zu Ende und wir blicken verwundert zurück.

Das Rad der Zeit scheint sich immer schneller, immer lauter, hektischer und gnadenloser zu bewegen.

 

Die Welt verändert sich rasant, was heute gilt ist morgen schon wieder vorbei.

 

Zusagen, Versprechungen und Zusicherungen sind so schnell vergessen, wie sie ausgesprochen wurden.

Auch der Tierschutz ist betroffen, Zusagen der Politik verschwinden im nirgendwo.

 

Krisen, Katastrophen, Kriege füllen unsere Nachrichten, nichts ist mehr von Bestand.

Wo gerade noch Frieden herrscht, ist im nächsten Moment nichts mehr davon zu spüren.

Mitgefühl, freundliche Worte, ein zur Seite stehen in der Not, hinschauen und helfen scheinen Werte zu sein, die nicht mehr bekannt sind.

Unsere Welt ist laut geworden, nicht der Inhalt zählt, sondern wie laut und reißerisch es präsentiert wird.

Die leisen, oft so wertvollen Worte, werden kaum mehr gehört oder sind nicht interessant genug.

 

Auch unser Tierheim und viele andere Tierschutzvereine, Wildtierhilfen und Tierretter erleben einen Wandel in den Umgang mit unseren Mitgeschöpfen der uns erschauern lässt.

Es wird gnadenlos ausgesetzt was einem nicht mehr passt.

 

Oft brutal in abgelegenen Orten, mitten in einer Stadt nahe den mehrspurigen Straßen, an Autobahnen, in Mülleimern, in Kartons und das lässt sich so fortsetzen.

Ohne ein Hauch Mitgefühl, ohne auch nur eine kleine Chance zum Überleben.

 

Unüberlegt angeschafft, meistens im Internet, ohne sich Gedanken zu machen, ohne Kenntnisse der Rasse oder der Bedürfnisse und ohne ein vorheriges Kennenlernen.

Aber da sich ja eine Retouren Gesellschaft entwickelt hat, kann man das ja bei „Nicht Gefallen“ einfach entsorgen.

 

Verhaltensgestörte Tiere, oft aggressiv oder extrem ängstlich, krank und vernachlässigt füllen die Tierheime.

Wo führt das nur alles hin?

 

Wir und auch viele andere Tierheime hatten dieses Jahr außergewöhnlich viele Zwergkaninchen als Fundtiere!

Ebenfalls mitten im Stadtgebiet, im Wald, an Tankstellen sind diese armen Geschöpfe, die sich in der freien Natur mal gar nicht behaupten können, gefunden worden.

Alles so süße Osterhäschen, die man im Herbst nicht mehr gebrauchen kann.

 

 

Deutschlandweit finden immer mehr Rassekatzen und Hunde den Weg in ein Tierheim.

Auch hier oft, einfach irgendwo ausgesetzt.

 

Gerade für Rassekatzen, die seit Generationen nahe beim Menschen leben und meist gar nicht wissen was draußen ist, ist das grausam und äußerst gefährlich.

Sie haben keine Ahnung, wo sie da plötzlich sind, und wissen sich nicht zu helfen.

 

Wollen wir uns vorstellen, wie es wäre, wenn wir uns plötzlich auf einem fremden Planeten wiederfinden?

 

Große Hunde, oft Tiere mit besonderen Ansprüchen, werden sich angeschafft und sollen in einer kleinen Wohnung leben.

Meist in Räumlichkeiten die für die Familie schon zu klein sind.

Keiner hat Zeit und Geduld sich um das Tier zu kümmern und dann kommt es wie es kommen muss.

Nicht ausgelastet, gestresst und völlig durch den Wind ist der Hund dann plötzlich aggressiv, verhaltensgestört, nicht mehr so knuffig und süß und diese Anfragen nach Abgabe häufen sich.

Solche Hunde sind nicht oder erst nach einem sehr langen, auf sie abgestimmten Training, zu vermitteln.

 

Ältere Tiere, von klein auf bei ihren Familien, dementsprechend oft krank und ein bisschen tüttelig, werden einfach vor die Tür gesetzt.

Manchmal findet man die Familie und wir hören dann, das Tier stinkt, das Tier macht überall hin, das Tier macht keinen Spaß mehr, das Tier sabbert, ich will die Tierarztkosten nicht mehr zahlen.

Da kann einem schon mal ein kalter Schauer über den Rücken laufen oder die Zornesröte ins Gesicht steigen.

 

Ja, ältere Tiere sind manchmal etwas unsauber, oft durch diverse Erkrankungen, manchmal sind sie nicht schnell genug und schaffen es nicht nach draußen oder aufs Katzenkloo und manchmal sind sie auch etwas durcheinander.

So wie auch wie wir Menschen, wenn wir nicht mehr gar so jung sind.

Und dann ein Familienmitglied einfach rauszuschmeißen in dem Wissen das ein allein klarkommen schon mal gar nicht geht.

Wir haben keine Worte für solches Verhalten, leider ist das dieses Jahr oft und bundesweit so geschehen.

 

 

Diese Wegschmeißtiere überleben nur, weil es doch nicht wenige Menschen gibt, die nicht wegsehen, die sich kümmern, die helfen und sich die Zeit dafür nehmen.

Oft mitten in der Nacht, oft bei Regen und Kälte.

Ohne irgendeinen Vorteil davon zu haben!

 

Aber, es gibt keinen Schatten ohne Licht!


Einige Länder haben ihre Tierschutzgesetze verschärft.

Gerade auch, was Qualzuchten betrifft wünschen wir uns hier von unseren Behörden ein konsequentes Zucht und Haltungsverbot.

Wieviel Leid könnte hier erspart werden.

 

Einige große Modeschauen haben Pelzkollektionen komplett aus ihren Modeschauen verbannt, Polen hat eine Abschaffung der Pelztierindustrie beschlossen.

Ist es nicht schrecklich das es ein Wort wie Pelztierindustrie überhaupt gibt?

Mit einer Übergangsfrist von 10 Jahren, aber das gibt Hoffnung und ist ein Anfang.

 

Wir konnten viele Kitten und schwangere Katzen bei uns versorgen, viele hätten sonst keine Chance gehabt zu überleben.

Die Unterstützung durch die Bevölkerung ist immens gestiegen, wir werden benachrichtigt, es wird sich gekümmert und es wird nicht weggeschaut.

Viele Landwirte und Gewerbetreibende informieren uns, sobald sich eine unkastrierte Katzenpopulation ansiedelt und hilft auch tatkräftig mit, diese zu sichern.

 

So konnten wir einiges an Katzennachwuchs verhindern, die Katzenmädels konnten sich von ihren Dauerschwangerschaften erholen und die Kater müssen sich nicht mehr brutal schlagen.

Auch viele verwaiste Kitten konnten gerettet werden, auch hier wurden wir immer schnell informiert.

Unsere Polizei, Feuerwehr und Ordnungsämter standen uns auch bei einigen Einsätzen tatkräftig zur Seite und wir wollen uns bei allen bedanken.

 

Die Unterstützung durch die Bevölkerung war auch dieses Jahr wieder enorm.

Futter und Geldspenden und auch die netten Worte haben uns durch dieses Jahr getragen.

 

Ohne diese Hilfe könnten wir vieles nicht leisten und auch hier bedanken wir uns von ganzem Herzen.

 

Viele „Versteckkatzen“, scheue Wesen, die im Tierheim oft übersehen werden, fanden eine Heimat und bekamen von Herzensmenschen eine Chance die sie genutzt und sich zu Schmusetigern entwickelt haben.

 

Unsere Seniorkatzen, darunter auch Streuner, die mit dem harten dem Leben auf der Straße nicht mehr klargekommen sind, wurden von lieben Menschen aufgenommen und können nun ihren Altersruhesitz genießen.

 

Einige Streunerkatzen, denen wir mit viel Mühe extra ein Zuhause mit Freigang oder ein Zuhause mit Halbpension gesucht haben, sind zu richtigen Stubenhockern geworden.

Sie wollen nicht mehr nach draußen und liegen lieber gemütlich auf dem Sofa oder gar im Bett, lassen sich mit Leckerbissen verwöhnen und genießen die Zuwendung.

So kann`s gehen. Katzen eben.

 

Viele Wildlinge, die wirklich mal gar nichts mir uns Menschen anfangen können, wurden von landwirtschaftlichen  Betrieben aufgenommen oder durften in ihr gewohntes Umfeld zurück.

Dort haben sie einen trockenen Unterschlupf und werden mit Futter versorgt.

Alle wurden von uns medizinisch versorgt und kastriert.

 

 

Unsere Gassigänger haben viel Zeit und Geduld für unsere „Angsthäschen“ und Hyperdraufgänger aufgebracht und ihnen im Spiel gelernt, das Vertrauen und Hundemanieren gar nicht so schwer sind.

Danke dafür und auch Danke für den Einsatz unsere Katzenstreichler/innen die unseren Wildlingen mit unendlicher Geduld beigebracht haben, dass ein Leben bei uns Menschen schon auch sehr gemütlich sein kann.

 

Viele Tiere konnten wir retten, einige waren zu krank oder zu schwach und wir konnten nichts anderes tun als ihnen ein ruhiges Umfeld, Schmerzlinderung und Zuwendung für ihre letzten Stunden anzubieten.

Auch unser Chicco ist dieses Jahr über die Regenbogenbrücke gegangen und unsere Tränen fließen immer noch.

 

 

Unsere Pflegestellen und unsere Mitarbeiter/innen waren teilweise am Limit, gerade auch durch die vielen Handaufzuchten, durch kranke Tiere und einfach weil es kein Ende nehmen wollte.

Aber aufgeben ist keine Option und so konnten wir unseren „Sorgenkindern, Notfellchchen und Würmchen“ helfen und ihnen ein schönes Leben ermöglichen.

Auch dieses Jahr konnten wir verwaiste Entenküken aufziehen und in die Natur zurückbringen.

 

Im Rückblick fragen wir uns, so wie jedes Jahr, wie haben wir das alles nur hingekriegt?

 

Ohne unsere ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen hätten wir vieles nicht stemmen können.

Auch durch Backen, Basteln, Essen kochen, selbstgemachte Konfitüren und so vieles mehr und durch den Einsatz bei unseren Veranstaltungen konnten durch euch die so wichtigen finanziellen Mittel bereitgestellt werden.

Danke an alle für euren unermüdlichen Einsatz, für das nicht aufgeben und das stundenlange Warten und Suchen beim Sichern heimatloser Tiere.

 

Am Anfang schrieben wir: Die Welt verändert sich rasant.

Manchmal fühlt sich das beängstigend an.

 

Aber hier, in unserem Tierheim, können wir jeden Tag ein kleines Zeichen setzen:

Für Vertrauen, für Zuneigung, für Mitgefühl, für Leben.


Wir, das Tierheimteam wünscht sich von Herzen, dass unser Tierheim ein Ort bleibt, an dem diese Zeichen wachsen dürfen – für unsere Tiere, für uns und für alle, die diesen Weg mit uns gehen.


In diesem Sinne wünschen wir eine ruhige und besinnliche Zeit und auch für dieses Jahr haben wir ein Bilderalbum erstellt.

Viel Vergnügen beim anschauen.